Überlieferte Grenzen im Wald – wo genau sind sie heute zu finden?

Wald – Lebensraum und Wirtschaftsgut

Der Wald ist Rohstoffquelle, Erholungsraum und Rückzugsgebiet für Mensch und Tier zugleich. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung soll helfen, dass der Wald auch in Zukunft diesen Aufgaben „gewachsen“ bleibt. Viele Landwirte bewirtschaften neben ihren Äckern meist kleine oder größere Waldflächen und sind so einen Teil des Jahres quasi als Forstwirte unterwegs. Sind die Waldparzellen besonders klein, stellt sich recht oft die Frage, wo genau verläuft die Grenze? Grenzen wurden früher vielfach im Gelände mit dem Nachbarn vereinbart und über Generationen weitergegeben. Meist diente ein Baum oder Stein zur Markierung. Was aber, wenn diese heute nicht mehr aufzufinden sind?

Wachstum über Generationen

Wo vor allem der Rohstoff Holz ganzjährig eine Rolle spielt, werden Programme für eine optimale und nachhaltige Bewirtschaftung entwickelt und hohe Investitionen in die Aufforstung standortangepasster Arten getätigt. Dabei spielt nicht immer die Flächengröße und die Holzmenge die entscheidende Rolle. Manche Bäume sind erst in der übernächsten Generation mit 80 Jahren erntereif und blicken dann auf viele Jahre sorgfältige Pflege zurück. Sie haben zuletzt nicht selten einen Wert von 6-8 Tsd. €. Ein kleines Vermögen, das man gerne in den Grenzen seines eigenen Waldstücks gesichert sehen möchte.

Denn, liegt dieser Baum im Grenzbereich eines anderen Grundstücks, wird es u.U. knifflig. Weiß man um die Genauigkeit herkömmlicher GPS-Empfänger wird schnell klar, dass es mit einer Abweichung von 2 und mehr Metern zu einem erheblichen Konflikt mit dem Nachbarn kommen kann. Ein GPS-Empfänger, wie der im Reach RS2 der Firma EMLID, punktet mit einer Genauigkeiten im Zentimeter-Bereich und schafft klare Verhältnisse.

Verlässliche Grenzen für eine fundierte Planung

Ähnlich und doch etwas anders verhält es sich mit den sogenannten „Brotbäumen“, wie z.B. der Fichte oder Douglasie. Sie werden flächenhaft in Gruppen aufgeforstet und ebenso flächig, meist mit großen Maschinen, den Harvestern, geerntet. Hier machen ein oder 2 Meter in der Länge gleich viele Bäume mehr oder weniger aus, die man zum einen aufforsten und zum anderen auch wieder ernten kann. Die Lage der Parzellengrenze gilt es daher auch in unwegsamen Gelände möglichst genau zu erfassen. Weiter ist es von Wert, hierüber an verlässliche Parzellengrößen zu kommen und im Sinne der Massennachhaltigkeit eine angemessene Planung für die weiteren Forsteinrichtungszeiträume machen zu können.

Wege für eine sichere Ernte und einen schnellen Abtransport

Mit Schleppern oder Rückepferden werden geerntete Stämme zum Lagerplatz am Wegrand gerückt und zu Poltern aufgestapelt. Werden hierzu Spezialmaschinen eingesetzt, ist dies meist mit hohen Kosten verbunden. Um diese so gering wie möglich zu halten ist es von Bedeutung zu wissen, wo genau sich die Lagerplätze befinden und welcher Rückeweg dorthin anschließt. Gleiches gilt für den Abtransport der Polter. Eine lange Suche im Gelände verbraucht unnötig viel Zeit und verringert die Gewinnspanne zum Ertrag.

Eine Kartenapplikationen und ein handelsübliches Tablet helfen im Vorfeld bei der Planung und später bei der Ausführung und Navigation im Gelände. Als Basiskarte dienen Daten der Landes- und Katasterämter. So ausgerüstet, kann es mit dem GPS-Gerät zur Grenzfindung im Gelände gehn. In der Karte lässt sich gut analysieren, welche Rückegassen und -wege für eine Erschließung der Parzelle infrage kommen und wo der Polterstandort am besten für einen schnellen Abtransport angelegt werden sollte.

Waldarbeiter und Fuhrleute erhalten die Pläne auf ihr mobiles Gerät und können hierüber navigieren. Unabhängig von der Netzabdeckung reicht hierzu ein Satellitensignal. Die gewonnen Daten lassen sich sehr effektiv nun auch für die Feinerschließung der folgenden Forsteinrichtungsräume nutzen.

Finden ist Glücksache – Wiederauffinden planbar

Von der Aufforstung bis zur Ernte vergehen Jahre. Es bedarf der ständigen Inventur, Pflege und Kontrolle auf Schäden, Krankheiten, Befall mit Schädlingen oder Totalausfall. Für das Wiederauffinden und Durchführen von gezielten Maßnahmen ist es wichtig zu dokumentieren, wo genau sich der entsprechende Baum befindet. Mit einem GPS Empfänger und einer Kartenapplikation auf Tablet, lässt sich der Baum genau orten. Die Position wird in der Karte erfasst und gespeichert. Mit der Auswahl von weiteren Merkmalen zum Zustand des Baumes und der zu ergreifenden Maßnahme, ist der Baum klar definiert und von jedem nachfolgenden Waldarbeiter wieder auffindbar.