Vernetzte Technik in der Landwirtschaft

Landwirte besitzen zur Bewirtschaftung ihrer Ackerflächen heutzutage Maschinen, von denen man vor ein paar Jahren noch träumen konnte.

Nicht dass sich der Vorgang des Säens, Düngens, des Aufbringens von Pflanzenschutz und das Ernten grundsätzlich geändert hätte, aber inzwischen erfährt der Maschinenführer sehr viel Unterstützung durch GPS-Technologie.

Angefangen von Parallelfahrprogrammen über Düngesteuerung und Pflanzenschutzsprühung, können gezielt und sehr genau landwirtschaftliche Hilfsmittel ausgebracht werden, statt im Gießkannenprinzip auf jeden Quadratmeter Mittel auszubringen. Das reduziert die Kosten und ist im Sinne des Umwelt- und Pflanzenschutzes sehr nachhaltig.

Vorhandenes erweitern

 

Eine Anfrage aus Brandenburg brachte unsere erste Anwendung eines EMILD GPS Empfängers auf einem Ackerschlepper mit dem Windows System Track Guide III in Gang. Track Guide ist eine Anwendung auf einem robusten Windows Tablet und kann seriell mit einem NMEA-GPS Empfänger verbunden werden. Da das EMLID M2 einen Port aufweist, an dem serielle NMEA Signale ausgegeben werden können, ist unsere Wahl auf dieses sehr kompakte und einfach zu konfigurierende Gerät gefallen. Der GPS Empfänger wurde mit einer aktiven Abracon Antenne kombiniert, die an einem 50cm langen Vermessungsstab mit 5/8 Zoll Gewinde am Schlepper dauerhaft montiert wird.

 

Um die serielle Kabelverbindung zu Track Guide III herzustellen, wurde ein serielles Kabel von uns konfektioniert, das auf der einen Seite einen herkömmlichen DSub9 Stecker hat und auf der anderen Seite einen EMLID gerätespezifischen Portstecker. In Track Guide muss nun nur noch die Aktivierung des Schnittstelle und die einkommende Baudrate festgelegt werden, dann steht das GPS-Signal zur Maschinensteuerung zur Verfügung. Weil in Brandenburg das SAPOS–Korrektursignal kostenfrei zur Verfügung steht, ist einen Genauigkeit im Feld von bis zu 2cm möglich. Das hebt die Tätigkeiten des Precision Farming auf eine neue Stufe.

Technik im handlichen Format

 

Eine weitere Aufgabenstellung war auch wieder die Feststellung von Flurstücksgrenzen. Zu Zeiten der DDR wurden Grenzmarkierungen an Flurstücken oftmals entfernt. Es gehörte zur kommunistischen Ideologie, dass es kein persönliches Eigentum des Einzelnen am Land gibt. Heutzutage ist es wichtiger denn je zu wissen, wo das eigene Grundstück seine Grenzen hat und was bewirtschaftet werden darf.

Aus diesem Grund erhielt der Landwirt ein Android Outdoor Tablet, das er durch Bluetooth Pairing mit dem EMLID M2 verbinden kann.

Auf Grenzsuche

 

Auf dem Tablet wird Mapit als App genutzt. Die Kartengrundlage kann sowohl offline wie auch online vom Datendienst des Landes Brandenburg genutzt werden. Zusätzlich stehen neben der Katastergrundlage auch die Luftbilder zur Verfügung. Die betriebseigenen Grundstücke werden farbig markiert kenntlich gemacht.

Zur Feststellung einer Grenze oder eines Grenzpunktes, muss nur das Tablet zusammen mit der Antenne, die am Gerät angesteckt wird, in die Richtung des gesuchten Punktes getragen werden. Die GPS-Position wird fortlaufend 2cm genau angezeit und hilft so, die Flächen nachträglich und dauerhaft zu vermarken.

Was Sie brauchen!

 

Die Lösung setzt sich aus folgenden Bausteinen zusammen:
– Samsung Galaxy Tab Active 2
– EMLID M2 Empfänger
– Tallysman Fingerantenne für die Nutzung als Handheld
– Antennenhalter für das Tablet
– gummierte Tablethülle

Erweiterung Ackerschlepper:
– Abracon Antennen
– Surveystab Extender 50cm 5/8 Zoll Gewinde
– Antennenkabel 2m
– serielles Kabel Sonderkonfiguration

Gerätekonfiguration, Konfektion,
Datenerzeugung und Einspielung

Kosten rund 1.850,- Euro netto

FotoQuellen: pixabay.com, TOPO graphics GmbH, Müller Elektronik GmbH